Was bisher geschah und wo die Reise hingeht.

Seit mittlerweile ca. einem halben Jahr sind wir in Deutschland. Anfang April mussten wir Thailand leider verlassen, da unser Visum ausgelaufen ist. Da zu diesem Zeitpunkt die Einreise in die umliegenden Länder mit Quarantäne oder viel Aufwandv verbunden waren - und zusätzlich auch noch der Krieg in der Ukraine begonnen hat - haben wir damals beschlossen erst einmal nach Deutschland zurück zu reisen. Seitdem ist so einiges passiert. Unsere Pläne haben sich mehrfach geändert und wir konnten zwischendurch sogar Kroatien entdecken.

Wir haben zwar noch immer keine konkreten Pläne aber zumindest Ideen, wie es in den nächsten Monaten weiter gehen soll. Wohin wir vielleicht reisen wollen, wann es losgehen soll und wie unser Leben als digitale Nomaden wieder aussehen soll. Aber erst einmal zurück zum Anfang. Auf der einen Seite ist sehr viel passiert aber auf der anderen Seite kommt es einem so vor, als wäre man gerade erst wieder angekommen. Die Zeit vergeht zugleich sehr schnell und doch haben wir so einiges erleben können. Ich fange einfach kurz nach unserer Rückkehr nach Deutschland an.

Stuttgart, Stadtbibliothek, 2022

Die Rückkehr nach Deutschland

Tatsächlich sind wir nicht nur wegen des auslaufendes Visas von Thailand zurück nach Deutschland gereist. Es stand immer mal wieder der Gedanke im Raum, dass wir in unser eigenes Zuhause investieren wollen. Der Grund, warum wir 2021 erneut das Reiseleben aufgenommen haben, war die Kündigung unseres Vermieters wegen Eigenbedarf. Damals haben wir knapp ein halbes Jahr in unserer Kölner Wohnung gelebt und waren schockiert, wie einfach man dann doch aus der Wohnung geworfen werden kann. Wir haben das Beste daraus gemacht und sind wieder losgereist, haben uns aber geschworen nie wieder von einem privaten Vermieter etwas zu mieten. So kam dann schließlich auch der Gedanke, ein eigenes Haus zu kaufen oder sogar zu bauen.

Eben ein Zuhause, was einfach uns gehört, was uns niemand weg nehmen kann und mit dem wir auch machen können, was wir wollen. Durch Zufall hat sich dieser Gedanke weiter gefestigt, da mein Vater ein Baugrundstück hat aber selbst dann doch nicht mehr bauen wollte. So ist der Plan entstanden, dass Marc und ich auf seinem Grundstück unser Haus bauen. Da der Architekt sagte, wir müssten zur Änderung der Baupläne aber persönlich mit ihm sprechen, hat es sich umso mehr angeboten, nach Deutschland zurück zu fliegen. Letztendlich haben wir dann doch alles telefonisch und per Mail besprochen aber gut. Generell war es etwas schwierig mit dem Architekten zu kommunizieren, weshalb es auch kein allzugroßer Schock war, als dieser uns Mitte Mai per Mail mitteilte, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter arbeiten könnte.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir gerade in Kroatien. Nachdem wir dann einen neuen Architekten hatten, ging es auch etwas schneller voran. Nach weiteren zwei Wochen haben wir eine Baukostenaufstellung erhalten. Diese war aber fast doppelt so hoch, wie wir anfangs dachten. Außerdem war und ist es sehr schwierig, Handwerker und auch Materialien zum Bauen zu erhalten. Dies liegt sowohl am Krieg der Ukraine als auch an Corona und der Flut, die letztes Jahr die Eifel zerstört hat. Nach sehr vielen Gesprächen, neuen Ideen und Überlegungen sind wir schließlich zu dem Entschluss gekommen, dass es alles andere als eine gute Idee ist zu diesem Zeitpunkt zu bauen oder auch ein Haus zu kaufen. Die Zinsen sind aktuell enorm gestiegen und die Bedingungen für einen Kredit ebenfalls nicht ideal. Und da wir auch nicht auf den Hausbau angewiesen sind, haben wir uns dann doch dagegen entschieden.

Sommer in der Eifel

Da sich das Thema und der Plan des Hausbaus dann ja wieder erledigt hat, mussten wir noch einmal komplett umdenken. Wir sind im April diesen Jahres bei meiner Mutter in der Eifel untergekommen. Dort haben wir unser eigenes Büro/Wohnzimmer und ein großes Schlafzimmer. Wir dachten, dass es die beste Lösung sei, während des Hausbaus bei ihr zu leben statt noch eine neuen Wohnung zum Übergang zu suchen, dort alles neu einrichten zu müssen und dann ja doch wieder dort auszuziehen. Nach unserem Auszug 2021 in Köln haben wir uns bereits bei meiner Mama eingerichtet bevor es dann nach Dubai ging. Da wir aber jetzt doch länger als gedacht in der Eifel leben, haben wir noch einmal alles etwas optimiert und umgeräumt. Beispielsweise steht jetzt unser großer Schreibtisch aus Köln auch hier, die Couch und der Fernseher wurden noch einmal umgestellt und auch das Lowboard hat seinen Platz gefunden.

Außerdem kümmern wir uns nun seit etwa einem halben Jahr um den Schäferhund Rex unseres Nachbarn. Ich liebe Tiere ja sowieso. Und Marc hatte den Entschluss gefasst, seine Angst vor Hunden ablegen zu wollen. Nachdem wir in Thailand mehr als einmal von wildlebenden Hunden angegriffen wurden, haben wir beide eine starke Skepsis entwickelt. Für mich war und ist es in Deutschland nie ein Problem mit Hunden umzugehen, Marc allerdings musste sich erst daran gewöhnen. Mittlerweile ist Rex fast wie unser eigener Hund. Da wir beide im Homeoffice arbeiten, bringt unser Nachbar seinen Schäferhund 2-4 mal in der Woche zu uns, während er arbeiten muss. Und auch so können wir Rex jederzeit für einen Spaziergang abholen.

Mittlerweile haben wir hier einen richtigen Alltag. Und nicht nur Rex hält uns auf Trab. Auch der Kater meiner Mutter (Rocky) freundet sich immer mehr mit uns an. Am Wochenende fahren wir dann öfter mal nach Köln, treffen unsere Freunde oder besuchen auch Marcs Familie in Bergisch Gladbach. Tja, so schnell geht dann auch der Sommer vorbei. Im Mai waren wir für zwei Wochen in Kroatien und wenig später für ein Wochenende in Stuttgart, da Marcs Firma dort Sommerfest hatte. Natürlich haben wir auch viel überlegt, was wir jetzt machen wollen, ob wir eine Wohnung mieten oder doch lieber noch einmal reisen wollen. Aber wir wollten auch nichts überstürzen und ganz entspannt erst einmal den Sommer in der Eifel verbringen.

Das Leben als digitale Nomaden

Obwohl wir uns anfang des Jahres ja eigentlich eher gegen das Leben als digitale Nomaden entschieden haben steht nun wieder fest: wir wollen wieder die Welt bereisen! Bzw. war schon immer der Gedanke, sich zwar ein eigenes Zuhause in Deutschland einzurichten aber dennoch weiterhin so frei zu sein, dass wir Reisen können - wenn wir es denn wollen. Wer weiß, vielleicht war es auch wieder so etwas wie Schicksal, dass die ganzen Pläne bezüglich des Hausbaus sich als keine gute Idee heraus gestellt haben. Und im Grunde haben wir ja auch unseren kleinen Rückzugsort, wo wir unsere Sachen unterstellen und uns einrichten können.

Für mich war es dann auch nochmal ein sehr glücklicher Zufall, dass ich durch eine Bewerbung für einen remote Nebenjob eine Teilzeitanstellung in einem coolen Unternehmen erhalten habe. Und das beste für mich: ich kann vollständig ortsunabhängig arbeiten, alles remote und auch noch das tun, was ich liebe. Obwohl remote work mittlerweile immer öfter angeboten wird, ist es dennoch sehr schwierig einen festen Arbeitgeber zu finden, der einverstanden ist, wenn man reist und auch mal in anderen Zeitzonen ist. Meistens wird mindestens ein Tag pro Woche vor Ort verlangt oder aber es heißt, man darf nur innerhalb von Deutschland aus arbeiten. Daher freue ich mich umso mehr, dass es sowohl bei Marcs Firma als auch jetzt bei meiner kein Problem ist, von wo aus wir arbeiten.

Stuttgart, 2022

Jaja, Schicksal, Zufall oder Bestimmung. Das sind alles so Begriffe, die nicht wirklich handfest sind. Aber irgendwie hat sich bei uns jetzt mehrfach alles dahin entwickelt, dass wir als digitale Nomaden die Welt bereisen, neue Orte erkunden und zeitgleich aber auch arbeiten. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich freue mich unglaublich wieder an Flughäfen zu sein, ins Flugzeug zu steigen und an einen neuen Ort zu fliegen. Wo genau es hingehen wird und wann wir losreisen, wissen wir noch nicht. Aber es steht fest, dass wir in naher Zukunft wieder unsere Koffer packen und in andere Länder reisen werden. Ich kann es kaum erwarten, dass wir konkretere Pläne schmieden aber ich genieße es auch, noch etwas in Deutschland zu sein. Ganz besonders die kühle frische Luft hier! Ja, es ist irgendwie normal aber so kühle und so frische Luft gibt es in Südostasien einfach nicht.