Früher ein echter Geheimtipp, heute nur noch ein Strand von vielen.

Es ist schon irgendwie traurig, wie wir Menschen so viele wunderschöne Orte, die vor allem aufgrund ihrer Unberührtheit und Natürlichkeit hervorstechen durch unsere Anwesenheit kaputt machen können. Klar, wenn man einen schönen Ort oder eben auch einen besonderen Ort entdeckt, möchte man dort natürlich wieder hin. Es ist auch mehr als verständlich, dass man diesen tollen Ort mit anderen teilen möchte und auch andere eben diesen genauso gut finden. Daher ist es ja auch logisch, dass besonders schöne Orte mit der Zeit immer mehr Besucher anlocken. Es ist eben nur schade, dass oft mit der steigenden Anzahl der Besucher diese Orte eben an "Besonderheit" und vor allen ja auch der natürlichen Schönheit abnehmen. Ich verstehe das, wer tut das nicht. Jeder möchte schließlich die schönsten und tollsten Orte sehen, bereisen und dorthin. Ich ja auch. Aber ich finde es auch immer wieder ernüchternd, wenn ich feststelle, dass gewisse Plätze die vor wenigen Jahren noch echte Geheimtipps waren (weil sie eben unbekannt und unberührt waren) heute nur noch überfüllte Touristenziele sind.

Ich möchte in diesem Artikel auch gar nicht jammern oder eine Grundsatzdiskussion führen. Eigentlich möchte ich nur von unseren Ausflug am Wochenende berichten. Und zwar hat uns dieser am Samstag schon in aller Frühe zum Sonnenaufgang an den Yanui Beach geführt. Und ja, wir waren genau wie am Kata Noi Beach bereits um kurz nach 6 Uhr morgens am Yanui Beach, in der Hoffnung den Strand oder besser gesagt die kleine Bucht in Yanui noch für uns zu haben, bevor der Strom an Touristen mit ihren Handtüchern, Zelten und Liegen jede freie Fläche an dem kleinen Sandstrand belegt. Wir mögen es, wenn es noch ruhig ist, man nur die Vögel, die Grillen sowie das Rauschen der Wellen und das Rascheln des Windes in den Bäumen hört. Wobei, egal zu welcher Tageszeit - in Thailand hört man auch immer einen oder auch mehrere Roller im Hintergrund. Aber das gehört hier eben auch einfach dazu. Thailand schläft nie.

Der Yanui Beach

Also, wie schon erwähnt startete unser Samstag mit dem Weckerklingeln um 05:30 Uhr. Und ich muss zugeben, es ist schon immer eine kleine Überwindung wenn man so früh morgens, wenn es noch stockdunkel und so ruhig draußen ist, das warme und kuschelige Bett verlassen soll/will um in den Tag zu starten. Besonders an einem Wochenende haben wir schon das ein oder andere mal überlegt, ob wir nicht doch lieber liegen bleiben wollen. Aber bisher sind wir dann doch immer aufgestanden, wenn wir es uns vorgenommen hatten. Um kurz nach 6 saßen wir dann auch schon auf unserem Roller und sind zum Yanui Beach gefahren. Tatsächlich hat die Fahrt hierher sogar etwas länger gedauert, als letztes Wochenende zum Kata Noi Beach, sodass wir um kurz nach halb 7 an der kleinen Bucht angekommen sind. Da es dann ja immer noch sehr früh ist und da am Yanui Beach auch nicht (anders als am Kata Noi Beach) auch keine Hotels und Resorts direkt am Strand sind, war ich etwas erstaunt, doch schon einige Besucher zu sehen.

Der Yanui Beach ist nämlich eigentlich eine kleine, eher versteckte Bucht an der Küste Phukets, an der sich nicht viel mehr als ein paar lokale Thairestaurants befinden. Ansonsten befindet man sich hier völlig in der Natur, was diesen Strand zu einem besonderen Ort macht. Wir waren schon vor ein paar Jahren ein paar mal hier und damals war diese Bucht noch ein echter Geheimtipp und es gab nur wenige Touristen und Besucher an dem kleinen Sandstrand. Das hat sich in den letzten Jahren definitiv geändert, weshalb wir auch nur ungern später hierher fahren. Eigentlich sogar gar nicht, weil es uns dann definitiv zu voll ist. :-D Einmal geparkt haben wir dann auch unser Kameraequipment - Stativ, Selbstauslöser und Kamera - ausgepackt und nach kurzen Überlegen, welche Stellen sich gut für ein Shooting eignen, angefangen ein paar Fotos zu machen. Da am Strand schon ein paar andere Besucher ebenfalls Fotos gemacht haben, haben wir zunächst zwischen den Palmen geshootet, bis wir schließlich auch zum Strand und ans Wasser runter sind.

Hinter den zahlreichen großen und auch kleinen Felsen des Yanui Beaches und auch an den sandigen Strandabschnitten erwartet einen kristallklares, seichtes Wasser. Es gibt kaum Wellen, da die Bucht geschützt liegt. Das und auch der Blick auf die Landzungen mit den Palmen im Hintergrund sowie das generell tropische Flair hier, zeichnen diesen Ort aus. Man fühlt sich, als wäre man in seinem eigenen kleinen Paradies angekommen. Daher ist es mehr als verständlich, warum dieser Ort so beliebt ist. Je länger wir dort waren, desto mehr Besucher kamen auch. Bevor wir gegen halb 8 wieder aufgebrochen sind haben wir es uns aber nochmal auf einer Bank im Schatten der Palmen gemütlich gemacht, etwas getrunken und schonmal ein paar vegane Reiskekse (diese hatte ich am Vorabend bei einem veganen Thaifoodladen in der Nähe der Altstadt gekauft) gesnackt. Auch wenn Thailand zwar nie schläft ist es am frühen Morgen nicht immer einfach, ein Café oder Restaurant zu finden, das bereits aufhat.

Frühstück aus der Bäckerei, so wie Zuhause in Deutschland

Eigentlich hatten wir geplant, dass wir an diesem Samstag zum "All Vegan" frühstücken fahren. Was wir allerdings nicht bedacht hatten ist, dass dieses Café, wie die meisten anderen in Thailand auch, erst um 08:30 Uhr öffnet. Wir waren also gut eine Stunde zu früh dran. Es ist zwar nicht so, dass man in den frühen Morgenstunden in Thailand nichts zu Essen bekommt - ganz im Gegenteil! Beinahe rund um die Uhr findet man überall am Straßenrand kleine Stände mit Snacks, thailändischen Süßigkeiten oder gebratenen Köstlichkeiten. Welche Speisen, Snacks und Gerichte angeboten werden hängt ein wenig von der Tageszeit ab aber grundsätzlich bekommt man wirklich immer etwas. Und zur Not gibt es ja noch die 7-Eleven-Stores, in denen man rund um die Ohr Snacks, Getränke, Süßigkeiten und sonst auch eine Auswahl an allem Möglichen bekommt. Hier kann man sich die Snacks (egal ob Toast mit Käse oder anderen Füllungen, Hotdogs, Reisgerichte mit Curry oder andere Fertiggerichte oder auch süße Snacks) jederzeit warm machen lassen.

Wir wollten aber lieber ein richtiges Frühstück und nicht nur Snacks, weshalb wir kurzerhand umgeplant haben und zu einer Bäckerei, der Boulangere, bei uns in der Nähe gefahren sind. Diese öffnet zwar auch "erst" um 8 Uhr morgens, da wir aber noch etwas mit dem Roller rumgecruised sind, hat es zeitlich dann super gepasst und wir waren kurz nach 8 dort. Es handelt sich hier um eine französische Bäckerei, die frisches Baguette, Ciabatta, Foccachia und auch Croissants, Schokocroissants und Rosinenschnecken anbietet. Ich glaube, ich habe diese Bäckerei schon einmal erwähnt. Auf jeden Fall waren wir jetzt schon öfter hier, da die Croissants und auch das Brot einfach unfassbar gut sind. Ich liebe diese Bäckerei und finde sogar, dass die Croissants die besten sind, die ich seit Jahren gegessen habe. Und auch das Brot ist einfach super lecker. Außen knusprig und innen schön fluffig und weich. Eben so, wie wir es aus Deutschland kennen. Und das ist etwas, was in Thailand echt schwer zu finden ist. Und neben der frischen kühlen Luft vermisse ich die deutschen Backkünste bei Brot und Gebäck in Asien immer am meisten.

Auf dem Heimweg haben wir dann noch einen kurzen Stop beim Villa Market eingelegt und dort ein paar frische Kräuter sowie einen frisch gepressten Orangensaft und ein paar andere Kleinigkeiten für unser Frühstück eingekauft. Achso, und wir hatten vorher an einem Straßenstand noch eine frische Mango geholt. Zuhause habe ich dann alles für unser "typisch deutsches Wochenendfrühstück" vorbereitet. Frisches Brot, Croissants, Orangensaft, Aufschnitt (Gouda, veganer Frischkäse, Nutella, Marmelade und vegane Butter), Rührei mit Kräutern für Marc, etwas Tomate und Gurke sowie die Mango als süße Beilage und dazu dann noch ein Kaffee und schon hatten wir unser eigenes gemütliches Frühstück kreiert. Das Brot und auch die Croissants waren wieder unfassbar lecker, wodurch wir nach dem Shooting am Strand des Yanui Beaches dann auch gestärkt in den weiteren Tag starten konnten.

Unser Samstag als digitale Nomaden in Phuket

Wer jetzt erwartet, dass noch ein weiterer großer Ausflug oder etwas Spektakuläres an diesem Samstag passiert ist, den muss ich leider enttäuschen. Nachdem wir so früh schon auf den Beinen waren, waren wir nach dem Frühstück froh, erstmal etwas Zuhause auf der Couch zu entspannen. Marc hat noch etwas gearbeitet, ich habe etwas Sport gemacht (mit meinem coolen Hulahoopreifen, den ich extra um die halbe Welt schleppe) und gegen Mittag waren wir dann gemeinsam eine Runde im Pool. Anschließend wurde sich dann genüsslich gesonnt und danach folgte eine erneute Runde auf der Couch, um etwas zu entspannen. Am späten Nachmittag sind wir schließlich nochmal losgezogen. Unser erstes Ziel war die Gem Gallery Phuket, in der wir uns einfach mal umschauen wollten. Von außen sieht dieses Gebäude durch die kreative Gestaltung in schwarz sehr edel und cool aus. Innen staunten wir auch nicht schlecht, als wir sahen wie viel Auswahl an Schmuck es hier gibt. Leider wurden wir die ganze Zeit von einer Verkäuferin belagert, die uns unbedingt etwas andrehen wollte. Leider hat sie dabei nicht annähernd darauf geachtet, was wir suchen. Letztendlich muss ich sagen, die Gem Gallery ist mehr "Schein als Sein" und ich würde hier auch nichts kaufen.

Eigentlich wollten wir nach unseren Besuch in der Gem Gallery zu einem Japaner fahren, um den Samstag Abend mit leckeren Sushi zu beenden. Der Plan war, anschließend noch zum Naka Market zu fahren und dort einen Snack als Nachtisch zu suchen. Dieser gigantisch große Markt findet nämlich nur Samstags und Sonntags von 16 - 22 Uhr statt und ist immer wieder einen Besuch wert. Als wir noch in der Nähe der Altstadt gewohnt haben, waren wir jedes Wochenende hier. Da wir aber für den Japaner doch noch früh dran waren (die Gem Gallery hat um 17 Uhr schon geschlossen) sind wir dann doch zuerst auf den Naka Market gefahren. Dort haben wir uns ein paar vegane Süßkartoffelbällchen sowie einen weiteren thailändischen Snack (ich glaube es ist so etwas wie gebackener oder frittierter grüner Kohl) mit einer kühlen Kokosnuss gegönnt. Anschließend haben wir einen kurzen Abstecher ins Central Festival gemacht und in der Mall abgewartet, ob es anfängt zu regnen.

Schließlich sind wir dann zum Japaner, dem Nozomi Sushi, gefahren. Hier gibt es nämlich neben den typisch japanischen Gerichten, wie Sashimi und dieversen Sushi-Arten auch ein paar vegane Sushi-Kreationen. Marc hat sich ein Lachs-Sashimi bestellt und wir haben uns dann noch drei verschiedene vegane Sushi-Varianten sowie die typischen Avocado-Makis geteilt. In den veganen Varianten hatten wir beispielsweise gebratenen Pilze mit Karotte, Tofutaschen gefüllt mit Reis und kleinen Paprika oder auch Avocado, Karotte und Tofu. Das Essen hier war auch unglaublich lecker. Klar, mit etwa 30-35 €, also um die 1000 Baht gehörte dieses Abendessen für thailändische Verhältnisse zu den etwas teureren aber beim Japaner kostet es eben etwas mehr und im Vergleich zu Deutschland ist es immer noch günstig. Und ich würde sogar sagen, hier schmeckt es bei den meisten Japanern sogar besser als in den japanischen Restaurants, die wir aus Deutschland kennen. Nach dem Abendessen sind wir dann auch wieder nach Hause gefahren, schnell unter die Dusche und dann mit Netflix ins Bett. Immerhin sind wir ja auch sehr früh aufgestanden und waren entsprechend müde. :-D